Die Bedeutung von Lautsprachunterstützenden Gebärden in der Kinderkrippe

Als Pädagogin und Expertin auf dem Gebiet der frühkindlichen Bildung und Entwicklung möchte ich die Relevanz von Lautsprachunterstützenden Gebärden in Kinderkrippen hervorheben. Diese innovative Methode kombiniert gesprochene Sprache mit manuellen Gesten, um die Kommunikation bei Kindern zu unterstützen. Hier sind einige Gründe, warum die Integration von Lautsprachunterstützenden Gebärden in Kinderkrippen sinnvoll ist:

  1. Förderung der Sprachentwicklung:

Forschungsergebnisse zeigen, dass die Verwendung von Lautsprachunterstützenden Gebärden die Sprachentwicklung bei Kindern fördert. Durch die visuelle und taktile Unterstützung werden Wörter besser verstanden und erinnert. Dies trägt dazu bei, den Wortschatz zu erweitern und die sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern (Goodwyn et al., 2000).

  1. Reduzierung von Frustration:

Für Kinder, die noch nicht verbal kommunizieren können, kann es frustrierend sein, sich auszudrücken und verstanden zu werden. Die Integration von Lautsprachunterstützenden Gebärden ermöglicht es diesen Kindern, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Gedanken auf alternative Weise zu kommunizieren, was Frustrationen reduzieren kann (Acredolo & Goodwyn, 2002).

  1. Förderung der Inklusion:

Lautsprachunterstützende Gebärden bieten eine inklusive Umgebung für Kinder mit unterschiedlichen kommunikativen Fähigkeiten. Sie ermöglichen es Kindern mit Sprachentwicklungsverzögerungen oder -störungen, sich aktiv an der Kommunikation zu beteiligen und sich in die Gemeinschaft einzubringen (Johnston et al., 2006).

  1. Stärkung der Bindung zwischen Kind und Betreuer:

Die gemeinsame Verwendung von Lautsprachunterstützenden Gebärden zwischen Betreuern und Kindern kann die Bindung und das Vertrauen stärken. Durch die gemeinsame Interaktion und das Verständnis füreinander wird eine positive Beziehung aufgebaut, die die emotionale Entwicklung des Kindes unterstützt (Holowka et al., 2002).

Insgesamt ist die Integration von Lautsprachunterstützenden Gebärden in Kinderkrippen eine wertvolle Praxis, die die sprachliche, emotionale und soziale Entwicklung der Kinder fördert. Indem wir verschiedene Kommunikationsmittel nutzen, können wir sicherstellen, dass alle Kinder die bestmögliche Unterstützung erhalten, um sich auszudrücken und zu interagieren.

Quellen:

  • Acredolo, L. P., & Goodwyn, S. W. (2002). Baby signs: How to talk with your baby before your baby can talk. McGraw Hill Professional.
  • Goodwyn, S. W., Acredolo, L. P., & Brown, C. A. (2000). Impact of symbolic gesturing on early language development. Journal of Nonverbal Behavior, 24(2), 81-103.
  • Holowka, S., Brosseau-Lapré, F., & Petitto, L. A. (2002). Semantic and conceptual knowledge underlying bilingual babies’ first signs and words. Language Learning, 52(2), 205-262.
  • Johnston, J. R., Durieux-Smith, A., Bloom, K., & Rennick, J. (2006). The relationship between reflective functioning and parent–child interaction in a clinical sample. Infant Mental Health Journal: Official Publication of The World Association for Infant Mental Health, 27(1-2), 62-81.

Anwendungstipps für Lautsprachunterstützende Gebärden in der Kinderkrippe

Um die Integration von Lautsprachunterstützenden Gebärden in der Kinderkrippe effektiv umzusetzen, sind einige Anwendungstipps hilfreich:

  1. Konsistenz:

Es ist wichtig, dass alle päd. Fachkräfte in der Kinderkrippe konsistent in der Verwendung von Lautsprachunterstützenden Gebärden sind. Durch eine einheitliche Anwendung wird die Lernumgebung stabilisiert und den Kindern ermöglicht, die Gebärden leichter zu erlernen und zu verwenden.

  1. Modelle bieten:

Die päd. Fachkräfte sollten regelmäßig Lautsprachunterstützende Gebärden vorführen und verbal erklären. Kinder lernen oft durch Beobachtung und Nachahmung, daher ist es wichtig, dass die Betreuer aktive Modelle für die Gebärden bieten.

  1. Individualisierung:

Die päd. Fachkräfte sollten die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten jedes Kindes berücksichtigen. Einige Kinder können schneller Gebärden lernen als andere, daher ist es wichtig, das Tempo anzupassen und den Kindern individuelle Unterstützung zu bieten.

  1. Integration in den Alltag:

Alle alltäglichen Situationen sollten genutzt werden, um Lautsprachunterstützende Gebärden einzuführen und zu üben. Dies könnte das Essen, das Spielen oder das Wickeln sein. Indem die Gebärden in den Alltag integriert werden, wird ihre Bedeutung verstärkt und die Kinder können sie leichter anwenden.

  1. Positive Verstärkung:

Die päd. Fachkräfte sollten die Kinder für ihre Bemühungen, Lautsprachunterstützende Gebärden zu verwenden loben und ermutigen, sowie positiv bestärken. Positive Verstärkung hilft den Kindern, sich sicher und motiviert zu fühlen, die Gebärden weiter zu üben und anzuwenden.

Durch die konsequente Anwendung dieser Anwendungstipps können Kinderkrippen effektiv Lautsprachunterstützende Gebärden in ihre pädagogische Praxis integrieren und so die sprachliche Entwicklung der Kinder unterstützen.

Quellen:

  • Acredolo, L. P., & Goodwyn, S. W. (2002). Baby signs: How to talk with your baby before your baby can talk. McGraw Hill Professional.
  • Goodwyn, S. W., Acredolo, L. P., & Brown, C. A. (2000). Impact of symbolic gesturing on early language development. Journal of Nonverbal Behavior, 24(2), 81-103.
  • Holowka, S., Brosseau-Lapré, F., & Petitto, L. A. (2002). Semantic and conceptual knowledge underlying bilingual babies’ first signs and words. Language Learning, 52(2), 205-262.
  • Johnston, J. R., Durieux-Smith, A., Bloom, K., & Rennick, J. (2006). The relationship between reflective functioning and parent–child interaction in a clinical sample. Infant Mental Health Journal: Official Publication of The World Association for Infant Mental Health, 27(1-2), 62-81.